Länderkonzeption für die kulturpolitischen Beziehungen Deutschland-Mexiko

I. Kulturelles Umfeld Mexikos

Mexiko ist ein Schwerpunktland der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP). Seine kulturelle Ausstrahlung ist auf Grund reichen präkolumbianischen und kolonialspanischen Erbes sowie zeitgenössischer Ausdrucksformen immens. Kunstschaffende und reichhaltiges Geistesleben der Gegenwart rücken es regelmäßig in den Fokus internationaler und deutscher Interessen, so auch im Jahr 2008:

  • 3 neue Stätten wurden ins Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen; mit 29 Welterbestätten liegt Mexiko damit weltweit an 6. Stelle.

  • Der 80. Geburtstag von Carlos Fuentes wird in zahlreichen Ländern gefeiert, er erhält neben dem brasilianischen Präsidenten Lula den „Premio Internacional Don Quijote de la Mancha“.

  • Der mexikanische Regisseur Fernando Eimbcke erhält für seinen Film „Lake Tahoe“ bei der Berlinale 2008 den Fipresci- und Alfred-Bauer-Preis.

  • Der Tenor Rolando Villazón (Ex-Alumno der Deutschen Schule Mexiko) setzt seine Gastspiele an der Staatsoper in Berlin fort (u.a. „Eugene Onegin“ und Benefizkonzert mit Daniel Barenboim zum Wiederaufbau der Staatsoper).

  • Der mexikanische Komponist Leonardo de la Rosa erhält den Preis „Klang der Welt“ der Deutschen Oper.

  • Seine Europatournee führt das Orquesta Sinfónica Nacional de México nach Berlin, Düsseldorf, Leipzig und Stuttgart.

  • In der Ausstellung „Künstlerpaare – Liebe, Kunst und Leidenschaft“ des Wallraf-Richartz-Museum Köln sind erstmalig bedeutende Werke von Frida Kahlo und Diego Riviera zu sehen.

  • Der mexikanische Fotokünstler Diego Pérez García ist Gast der Künstlerresidenz „blumen“ in Leipzig

  • Die Ausstellung „Citambulos – Stadtwandeln in Mexiko-Stadt“ des Deutschen Architekturzentrum unter Schirmherrschaft des Berliner Bürgermeisters machte den Alltag der Megastadt nicht nur den Bewohnern der Partnerstadt Berlin erlebbar.

Mexiko reflektiert im Gegenzug auch die kulturpolitisch bedeutsamen Ereignisse in anderen Ländern, im Fall von Deutschland beispielsweise mit einer breiten Berichterstattung über die Berlinale, die Frankfurter Buchmesse oder auch einzelnen Beiträgen zur Verleihung des Goethe-Preises an Pina Bausch oder dem neuen Film über die RAF.

Mexiko ist sich seines kulturellen Wertes in zweierlei Hinsicht sehr bewusst. Erstens dient es der Definition einer eigenen Identität (auch und gerade in Abgrenzung zum Nachbarn USA), zweitens nutzt es den kulturellen Reichtum im Sinne einer wirksamen Außenwerbung, um Sympathien zu schaffen.

Charakteristikum der mexikanischen Kulturlandschaft ist die Zentriertheit auf Mexiko-Stadt. Es ist ganz ohne Zweifel eines der bedeutendsten Kulturzentren Lateinamerikas, dessen nahezu überreiches Angebot (Museen, Theater, Orchester, Ballett, Literatur, Bildende Kunst) Weltniveau aufweist. Ferner haben mexikanische Provinzstädte wie z.B. Guadalajara oder Monterrey ein qualitativ hochwertiges kulturelles Angebot. Guadalajara bietet jährlich das auch international ausstrahlende Festival de Mayo, bei dem Deutschland 2008 Gastland war, sowie die bedeutendste Buchmesse Lateinamerikas, die Feria Internacional del Libro. Eines der bedeutendsten Festivals Lateinamerika ist weiterhin das jährlich in Guanajuato stattfindende Festival Internacional Cervantino, das Schaufenster aber auch Gelegenheit für andere Länder ist, sich in Mexiko zu präsentieren.


Institutionell sind mehrere Akteure zu unterscheiden. Die Koordinierung der kulturellen Außendarstellung Mexikos liegt in den Händen der Kulturabteilung des Außenministeriums. Innerhalb Mexikos ziehen der Nationale Rat für Kultur und Kunst (Consejo Nacional para la Cultura y las Artes), das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (Instituto Nacional de Antropológía e Historia) sowie das Institut der Schönen Künste (Instituto de Bellas Artes) die Fäden. Die Universidad Nacional Autónoma de México hat eine bedeutende Kunstabteilung, deren kulturelle Einrichtungen im November 2008 um ein weiteres Museum ergänzt wurden: die Eröffnung des Museo Universitario de Arte Contemporáneo sorgte für Furore in der nationalen Kunstwelt und besitzt die erste öffentliche Sammlung zeitgenössischer Kunst. Daneben existieren private Institutionen von Weltrang, wie z.B. das Museo Dolores Olmedo Patiño mit zahlreichen Originalwerken Diego Riveras und Frida Kahlos.

Trotz ethnischer Vielfalt kann, mit Nuancierungen, von einer relativ homogenen, auf gemeinsamen Werten basierender Gesellschaft gesprochen werden. In religiöser Hinsicht ist zu beachten, dass sich bei der letzten Volkszählung zwar 90 % der Bevölkerung als der katholischen Regierung zugehörig erklärten, die religiöse Vielfalt in Mexiko jedoch wächst und die katholische Kirche keine Monopolstellung mehr einnimmt.

Bei einer Bevölkerungszahl von 107 Millionen beträgt das Durchschnittsalter der Mexikaner 23 Jahre, das der Mexikanerinnen 25 Jahre. Ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre, das Bevölkerungswachstum hat in den letzten Jahren jedoch abgenommen und liegt nun bei 0,82 % (Quelle: INEGI).

In Mexiko werden insgesamt 364 indigene Sprachen gesprochen. Die einzelnen Gruppen der Sprachfamilien Nahuatl, Maya, Mixteca und Zapoteca machen ca. 50 % dieser vorwiegend von Älteren noch beherrschten Sprachen aus. Gleichwohl verständigen sich 92,17 % der Bevölkerung in Spanisch. Die Alphabetisierung hat 89,6 % der Bevölkerung erreicht, weist jedoch regional, geschlechts- und altersbezogen enorme Unterschiede auf.

Im Rahmen des Pisa-Tests 2006, dessen Ergebnisse im Dezember 2007 veröffentlicht wurden, verwies die OECD Mexiko auf Platz 49 bei 57 am Test teilnehmenden Ländern. Im Jahr 2003 war Mexiko unter 41 Ländern auf Platz 37 eingeordnet worden.

In der Rangfolge der ausländischen Studienstandorte liegen nach Erhebungen des Jahres 2007 die USA mit 56,7% vor ESP mit 13,3%, GBR mit 7,7%, FRA mit 6,0% und GER mit 4,9%. Insgesamt sind 123 Hochschulkooperationen zwischen Deutschland und Mexiko registriert (zum Vergleich: Argentinien 77, Chile 103).

Das staatliche Universitätssystem mit 1.685 Universitäten kann, trotz akuter Finanzsorgen, in Teilbereichen zwar oft mit dem europäischer Staaten mithalten. Doch bildet das vor allem auf die Bewältigung des Massen­ansturms an Studenten ausgerichtete System sehr wenig akademisch hochqualifiziertes Perso­nal heran. Das Angebot oft teurer, in ihrer Qualität sehr unterschiedlicher oberflächlich an nordamerikanischen Modellen orientierter Privatuniversitäten, aktuell laut letztem Regierungsbericht 2.167, hat stark zugenommen. Im Jahr 2008 waren insgesamt 2,724.000 Studenten eingeschrieben, 66,5 % davon an staatlichen und 33,5 % an privaten Universitäten.

Die größte Universität des Landes, die Universidad Nacional Autónoma de México, ist zugleich im internationalen Bildungsranking der Times auf Platz 150 beste spanischsprachige und lateinamerikanische Universität (Sao Paulo und Buenos Aires auf Platz 196 und 197) von 200 Universitäten.

Die Zahl der deutschstämmigen Mexikaner wird auf ca. 75.000 geschätzt. Sie sind über­wiegend assimiliert. Schätzungsweise versteht weniger als die Hälfte heute noch deutsch. Hinzu kommen über 40.000 sehr traditionelle, meist in abgeschlossenen Gemeinschaften im Norden des Landes lebende Mennoniten, die einen niederdeutschen Dialekt sprechen.

Mexiko gehört der OECD an und stellt seit Juni 2006 für eine Amtsperiode von fünf Jahren den OECD-Generalsekretär, Herrn Ángel Gurría.

II. Ausgangsbedingungen unserer AKBP

Die bilateralen Beziehungen Mexiko-Deutschland sind historisch unbelastet und traditionell gut. Als Gründervater der Nähe zwischen beiden Ländern wird überwiegend Alexander von Humboldt angesehen, der sich von 1803 bis 1804 zu fruchtbaren Studien in Mexiko aufhielt.

Die politischen Beziehungen sind sehr gut und von regem Austausch gekennzeichnet. In wirtschaftlicher Hinsicht ist die Zahl von ca. 1000 in Mexiko angesiedelten deutschen Unternehmen positiv zu vermerken. 300.000 deutsche Touristen besuchen jährlich Mexiko und 10.000 Mexikaner Deutschland. Auch das kulturpolitische Profil Deutschlands in Mexiko ist hoch.

Auf Grundlage der DEU-MEX Gemeinsamen Erklärung vom 17. April 2007 planen wir die Erstellung eines signifikanten Beitrags zum MEX Bicentenario. Mexiko plant für das Jubiläumsjahr 2010 zwei große Ausstellungen im Martin-Gropius-Bau, Berlin: Werke Frida Kahlos sowie Exponate der archäologischen Stätte Teotihuácan.

III. Deutsche AKBP in Mexiko

Den rechtlichen Rahmen für die heutigen Kulturbeziehungen bilden das „Abkommen über wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit“ von 1974 und das „Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit“ von 1977. Die jüngste Überprüfung erfolgte im Rahmen der 8. Sitzung der Deutsch-Mexikanischen Kulturkommission vom 24.- 25. Mai 2004 in Berlin.

Goethe-Institute

Das Goethe-Institut Mexiko-Stadt genießt hinsichtlich Sprach- und Programmarbeit einen ausgezeichneten Ruf und ist in der hiesigen Kulturlandschaft fest verankert. Seit Anfang 2007 kommt es seiner subregionalen Leitungsfunktion für Zentralamerika und die Karibik mit einem Netzwerkkoordinator nach. Im Februar 2008 nahm zudem eine Expertin für den Unterricht im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ ihre Tätigkeit auf.

Die Programmarbeit des Jahres 2008 konnte dank sehr guter Vernetzung mit bedeutenden Institutionen Ausstellungen, Konzerte u.a. an bester Stelle anbieten (u.a. Stuttgarter Kammerorchester und Cantus Cölln, Ausstellung Wolfgang Tillmans, Josef und Anni Albers, Deutsches Theater, 7. Deutsche Filmwoche).

Seit Anfang 2008 befindet sich das Goethe-Institut in einer Zwischenunterkunft, um die Renovierung des bundeseigenen Institutsgebäudes zu ermöglichen.

Für das Goethe-Instituts in Guadalajara wurde ebenfalls eine Zwischenunterkunft identifiziert, in der nach Umbau der reguläre Betrieb wieder aufgenommen wird. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den großen Festivals in Guadalajara (Filmfestival, Buchmesse). Deutschland war 2008 dank Unterstützung der Wirtschaft Gastland des „Festival de Mayo“.

Kulturgesellschaften

In San Luis Potosí und Monterrey bestehen Kulturgesellschaften, die sich über die Spracharbeit profiliert, jedoch zunehmend und mit Erfolg auch in die Programmarbeit begeben haben.

San Luis Potosí kommt wachsende Bedeutung zu, da die Anzahl der deutschlandorientierten Institutionen (Kulturstiftung, Colegio Alemán, akademische Zusammenarbeit) und Unternehmen vor Ort weiterhin ansteigt. Im November 2008 fand eine deutsche Kulturwoche in San Luis Potosí statt.

Das Kulturzentrum Monterrey in der drittgrößten Stadt Mexikos (Bundesstaat Nueva León, Anteil am nationalen BIP 6,4%) ist seit Jahren etabliert. Seine Sprach- und Programmarbeit ist beachtlich. Es wird ein breit gefächertes, qualitativ angemessenes Programm geboten, das unserer kulturpolitischen Ausstrahlung im Land dient.

Kulturprogramme

Im Jahr 2008 wurde eine Fülle deutscher kultureller Veranstaltungen angeboten und von der mexikanischen Öffentlichkeit dankbar und interessiert wahrgenommen. Dabei haben wir auf verschiedenen Ebenen operiert:

  • Die Botschaft allein via KKF, z.B. bei der Teilnahme am EU-Jazz und EU-Literaturfestival oder dem Jazzkonzert anlässlich 20 Jahre Städtepartnerschaft Mexiko-Berlin. Im Jahr 2008 standen im KKF 16.000 Euro zur Verfügung, die komplementär zur Arbeit des GI eingesetzt wurden.

  • Die Kulturstiftungen der deutschen Wirtschaft flankiert durch Botschaft und GI bzw. KG, z.B. mit Konzerten des Stuttgarter Kammerorchesters und Cantus Cölln, der 7. Deutschen Filmwoche, dem Deutschem Theater und der Operette „Die Fledermaus“. Dank Unterstützung eines Unternehmerkreises konnten GI und Botschaft zudem die Gastlandrolle Deutschlands beim „Festival de Mayo“ in Guadalajara wahrnehmen.

  • Das GI im Benehmen mit lokalen Akteuren wie bei den Ausstellungen „Wolfgang Tillmanns“ im renommierten Museo Tamayo, „Josef und Anni Albers“ im Colegio Antiguo San Ildelfonso oder „Aves en la Luna“ im Casa del Lago.

Projekt 2010


Auf Grundlage der gemeinsamen Erklärung AM Steinmeier und Espinosa (17.04.2007) finden seit 2007 regelmäßige runde Tische mit Kulturmittlern, Kulturstiftung und AHK zur Planung des deutschen Beitrags zu den mexikanischen „Bicentenario“-Feierlichkeiten (200 Jahre Unabhängigkeit, 100 Jahre Revolution“ statt. Die Veranstaltungen sollen in den zeitlichen Rahmen zwischen den deutschen Jubiläen 20 Jahre Mauerfall und Wiedervereinigung gepackt werden. Themenschwerpunkte werden mit Blick auf die Zukunft Umwelt und Technologie, mit Blick auf die Vergangenheit deutsche Spuren in Mexiko sein.

Die Kulturstiftungen der deutschen Wirtschaft

Der Programmbereich unserer AKBP profitiert in entscheidendem Maße von den Kulturstiftungen der deutschen Wirtschaft. Ohne deren Beteiligung wäre es finanziell nicht möglich, unser hohes Profil zu halten.

Der 1997 gegründeten Kulturstiftung der Deutschen Wirtschaft in Mexiko-Stadt gehören aktuell 17 deutsche Firmen an. Die Gelder werden ausschließlich für qualitativ hochwertige kulturelle Veranstaltungen mit Deutschlandbezug und Möglichkeit für die Unternehmen, Sichtbarkeit als Sponsor zu erlangen, eingesetzt. Die administrative und organisatorische Abwicklung der Veranstaltungen obliegt dem Goethe-Institut, der fachliche Input erfolgt durch GI und Botschaft. Der Einsatz der Mittel erfolgt als Kofinanzierung, um auch andere Stellen einzubinden . Eine vollständige Finanzierung ist nicht vorgesehen.

Seit Mai 2005 gibt es eine weitere Kulturstiftung in San Luis Potosí (SLP). Ihr gehören zur Zeit zehn Firmen an.

Deutsche Schulen

Wir fördern fünf Deutsche Schulen in Mexiko: Das „Colegio Alemán Alexander von Humboldt“ in Mexiko-Stadt verteilt sich auf drei Standorte der Metropole (Lomas Verdes, Xochimilco und Herradura) und ist mit 3.555 Schülern (einschließlich Kindergarten) hinter Sao Paulo zweitgrößter Standort weltweit. Weitere aus öffentlichen Mitteln geförderte Deutsche Schulen befinden sich in Guadalajara (719 Schüler) und Puebla (Produk­tionsstandort VW, 1.439 Schüler).

Lomas Verdes, Xochimilco und Puebla führen zum Abitur, Guadalajara bietet seit 2004 das Internationale Baccalaureat in Verbindung mit dem DSD an. In Xochimilco werden zusätzlich - nach dem deutschen dualen Modell - Industrie- und Bürokaufleute ausgebildet. Für 2009 ist die Einführung einer Ausbildung zum Speditionskaufmann geplant. Der dritte Standort Mexiko-Stadt in Cuajimalpa wurde zu Ende des letzten Schuljahres aufgegeben und dafür im zentraler gelegenen Stadtteil La Herradura neu bezogen.

Die Attraktivität der Deutschen Schulen für mexikanische Eltern aus der Mittel- und Ober­schicht ist ungebrochen. Deutschsprachige Schulen füllen sehr erfolgreich eine Marktnische bei mexikanischen Familien, die ihren Kindern eine gute, international geprägte, aber nicht einseitig amerikani­sierte Schul­ausbildung zukommen lassen möchten. Die Schulen werben sehr erfolgreich mit dem Motto „Zwei Kulturen, drei Sprachen“, deren Kombination Deutsch, Englisch, Spanisch aus Sicht der Eltern gut auf eine berufliche Tätigkeit in Zeiten einer globalisierten Welt vorbereitet.


Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“

Die Initiative „Schulen: Partner für die Zukunft“ findet in Mexiko guten Anklang und bietet hervorragend geeignete Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Bildungsbereich und eine verstärkte Förderung der deutschen Sprache. Am Goethe Institut ist seit Mitte Februar eine Expertin für Unterricht (ExU) tätig, die mit der Umsetzung von PASCH in Mexiko und der Region Mittelamerika/ Karibik betraut ist. Für Mexiko sind insgesamt Partnerabkommen des GI mit fünf Schulen vorgesehen. Der Fachberater des ZfA in Los Angeles kümmert sich bis zum Eintreffen des Fachberaters Mexiko im Sommer 2009 um die Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom anbieten oder anbieten wollen.

Die Deutschen Schulen profitierten durch neue Auslandsdienstlehrkräfte, die Einrichtung eines regionalen Ressourcenzentrums zur Fortbildung, zusätzliche Lehrerfortbildungskurse des PAD sowie verbesserte Studienberatungsangebote des DAAD und der Beratungsinitiative Deutscher Hochschulen (BIDS).

Deutsch als Fremdsprache (DaF)

Spracharbeit wird weiterhin einen der Schwerpunkte unserer AKBP in Mexiko bilden. Die Sprachkurse des GI haben weiterhin Referenzcharakter. DAAD-Lektoren und GI-Sprachabteilung setzen die Arbeit am Aufbau einer professionellen Sprachlehrerausbildung an hiesigen staatlichen Uni­versitäten fort. Ansätze zur Professionalisierung der Deutschlehrerausbildung bestehen seit dem Jahr 2004 bei der Nationaluniversität UNAM am Sprachlerninstitut CELE sowie am UNAM-Campus in Acatlán, ferner am Instituto Politécnico Nacional (IPN), an der Universidad de Baja California Sur in La Paz sowie an der Universidad Autónoma de Jalisco in Guadalajara. In Acatlán werden seit 2004 die ersten echten Deutschlehrer ausgebildet. In Guadalajara gibt es seit WS 2008 einen zur Doppelakkreditierung führenden gemeinsamen Masterstudiengang DaF der UdeG und der Universität Leipzig-Herder Institut.

Wissenschaft und Hochschulen

Der DAAD unterhält eine seiner weltweit 14 Außenstellen in Mexiko-Stadt. Die Aktivitäten des DAAD in der dynamischen und prosperierenden Hochschullandschaft Mexikos sind vielfältig (Nachkontaktarbeit, Stipendienvergabe, Studienberatung, Hochschulpartnerschaften).

Insgesamt sind im Lande vier entsandte DAAD-Lektoren und sechs DAAD-Langzeitdozenten tätig. Ferner gibt es ein halbes Ortslektorat an der Universität Guadalajara und zahlreiche DAAD-Kurzzeitdozenturen.

Der seit Oktober 1998 im Rahmen der Dreieckskooperation DAAD, UNAM und der staatlichen Elite-Universität „ Colegio de México“ (COLMEX) bestehende „Sonderlehrstuhl Wilhelm und Alexander von Humboldt“ wurde Anfang 2008 neu besetzt. Er arbeitet weiterhin erfolgreich und nimmt im Netz der deutsch-mexikanischen Hochschul- und Wissenschaftsbeziehun­gen einen wichtigen Platz ein.

In Mexiko gibt es auch einen Club der ehemaligen Stipendiaten der Alexander-von-Humboldt Gesellschaft.


Politische Stiftungen

In Mexiko sind mit Ausnahme der Hanns-Seidel-Stiftung alle politischen Stiftungen aktiv. Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung unter­halten Außenstellen mit entsandtem Personal. Ferner betreibt der Deutsche Volkshochschul­verband in Mexiko-Stadt ein Institut zur Erwachsenenbildung.


Kirchen

In Mexiko-Stadt existieren je eine katholische und evangelische deutschsprachige Gemeinde, die zunehmend attraktivere Kulturprogramme anbieten.


EU-Kulturprojekte

EuroJazz und das Literaturfestival haben sich als gemeinsame Festivals etabliert und finden auch 2009 wieder statt. EuroCine soll 2009 mit Förderung aus dem Kulturfonds der EU in neuem Rahmen durchgeführt werden.

Im Zusammenhang mit der Länderstrategie Mexiko 2007-2013 hat die EU-Kommission einen neuen Kulturfonds geschaffen. Die Kommission und der mexikanische Partner CONACULTA stellen zu gleichen Teilen 6.800.000 Euro für Kulturprojekte mit EU-Bezug in Mexiko zur Verfügung.

Die EU-Kommission unterzeichnete Anfang 2008 auch mit dem CONACYT ein Abkommen zur engeren Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung. Ein gemeinsamer Fonds wurde mit 20 Millionen Euro ausgestattet, der Forschungs- und Technologieprojekte in sieben strategischen Bereichen – Energie, Umwelt, Gesundheit, Biotechnologie, Nanotechnologie, Informationstechnologien sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften fördern soll.

Länderkonzeption für die kulturpolitischen Beziehungen Deutschland-Mexiko