Guillermo Kahlo

Guillermo Kahlo Bild vergrößern Guillermo Kahlo. Autoretrato / Selbstporträt ( 14.03.1914)

Carl Wilhelm Kahlo wird am 26. Oktober 1871 als einziger Sohn einer Kaufmannsfamilie in Pforzheim geboren. 19 Jahre später reist er direkt, mittels der seit 1857 bestehenden Schiffsverbindung zwischen Hamburg und Veracruz, nach Mexiko aus. Was genau ihn veranlasst hat nach Mexiko zu emigrieren ist nicht eindeutig geklärt. Seine Tochter Frida schreibt später, dass das schlechte Verhältnis zur Schwiegermutter der Grund für die Ausreise des Vaters gewesen sei, er selbst gibt im Einbürgerungsantrag von 1894 das Ausüben Komerzieller Geschäfte als Motivation für die Einreise an.

Der Tradition des Vaters folgend, welcher in der Schmuckindustrie tätig war und einen Bijouteriebetrieb unterhielt, arbeitete der junge Kahlo die erste Zeit im Geschäft der ebenfalls deutschen Familie Diener in Mexiko-Stadt. Später war er als Buchhalter im Geschäft der Gebrüder Loeb, einem weiteren Unternehmen in deutscher Hand, tätig.

Im Gegensatz zu anderen Kaufleuten die ihr Glück in der Neuen Welt suchten, begann Kahlo sich schnell nicht nur wirtschaftlich, sondern auch familiär zu integrieren. Zwei Jahre nach seiner Ankunft in Mexiko beantragte er die Einbürgerung und heiratete kurz darauf (1893) seine mexikanische Frau María Cardeña. Am 21. November 1894 unterzeichnet Porfirio Díaz die Einbürgerung.

1897, nach der Geburt der dritten Tochter (die zweite ist kurz nach der Geburt gestorben), stirbt Kahlos Frau, bald darauf heiratet er erneut. Insgesamt ist Kahlo Vater von acht Kindern, seine Tochter Frida wird 1907 in der zweiten Ehe geboren. Laut Erzählungen Fridas kam Guillermo durch den Vater seiner Frau zur Fotografie, dieser lieh ihm eine Kamera und beide reisten durch Mexiko um indigene und koloniale Architektur zu fotografieren. Der Einfluss des Schwiegervaters ist nicht belegt, sicher ist aber, dass er ein Fotoatelier in Oaxaca hatte.

Aufgrund des sich schon früh abzeichnenden Erfolges gibt Kahlo seine Stellung im Handel auf und widmet sich ausschließlich der Fotografie. Sein erster großer Auftrag und Einstieg in die Karriere als Architekturfotograf ist die Dokumentation der Bauphasen des Boker-Hauses (1898 bis 1900). Im Auftrag der Regierung fotografiert er anlässlich des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit zahlreiche Kirchen, nationale Gebäude und Denkmäler; später dokumentiert er die Produktionsprozesse für das Stahlwerk „Fundidora“ in Monterrey. Er arbeitet für diverse Institutionen, Banken und Privatleute und es entstehen Reportagen und Portraits, von denen viele in Zeitschriften publiziert werden.

Dank eines Erbteils, der Kahlo zugesprochen wurde, und des schnellen Erfolgs als Fotograf, war es ihm möglich ein Grundstück im Stadtteil Coyoacán zu kaufen und das später so berühmte „Blaue Haus“ (in dem sich heute das Frida Kahlo Museum befindet) zu bauen. Hier verbringt er seine letzten Tage, bevor er am 4. April 1941 stirbt und im „Panteón Jardín“ seine letzte Ruhe findet.

Quelle:

www.pz-news.de/specials/web/pdf/kunst/2005/download.dhtml?command=16

Die Geschichte der Familie Diener und ihr Zusammentreffen mit Guillermo Kahlo finden Sie hier als Download.