Teobert Maler

Zona arqueológica de Palenque (Fuente:Wikipedia) Bild vergrößern Zona arqueológica de Palenque (Fuente:Wikipedia)

Teobert Maler wurde 1842 als Sohn deutscher Eltern in Rom geboren. Der gelernte Architekt erwarb die österreichische Staatsbürgerschaft und reiste erstmals 1865 im Gefolge des Kaisers Maximilian, welcher als Kaiser den Thron von Mexiko bestiegen hatte, nach Veracruz. Seine militärische Karriere endete mit der Hinrichtung des Kaisers Maximilian in den frühen Morgenstunden des 19. Juni 1867 in Querétaro - dies bedeutete gleichzeitig auch das Ende der österreichischen Intervention in Mexiko.

Bereits als Soldat hatte er sich mit den Sprachen der Totonaken und Zapoteken auseinandergesetzt und vor allem seine Faszination für die Indios bewog ihn 1874 bis 1878 dazu, Mexiko näher zu erkunden und Jalisco, Oaxaca und Guerrero zu bereisen. Maler studiert die indigene Bevölkerung sowie antike Fundstücke und macht von der noch jungen Technik der Fotografie (Daguerreotypie) Gebrauch. Seine nächsten Stationen sind das an der Pazifikküste gelegene Tehuantepec, wo er verschiedene Goldobjekte findet, und die damals schwer zugänglichen Ruinen von Palenque in Chiapas. Er dokumentiert die Pyramiden ausführlich in Zeichnungen und Fotos und hat hier erstmaligen Kontakt mit den Maya.

1885 nach einem siebenjährigem Aufenthalt in Europa, wo er erfolgreich um sein Erbe kämpfte, zieht es ihn nach Mexiko zurück. In den folgenden Jahren erkundet Maler den nördlichen Teil der Halbinsel Yucatán; beschreibt, zeichnet und fotografiert über 100 Fundorte und legt die Ruinen von Uxmal und Chichén Itzá (u.a.) frei. Im Auftrag des Peabody Museum of American Archäology unternimmt er weitere Expeditionen im zentralen Teil Yucatáns, seine Feldforschungen enden allerdings nach einem Streit mit der Museumsleitung, welcher eine persönliche aber auch finanzielle Tragödie bedeutet, da das ererbte Privatvermögen mittlerweile aufgebraucht ist.

Nach einem weiteren Besuch in Europa stirbt Teobert Maler am 22. November 1917 verarmt, vereinsamt und kaum beachtet in Mérida. Die Aufzeichnungen Malers sind heutzutage von unschätzbarem Wert für die Forschung, da mittlerweile viele Ruinen zerstört oder nur noch schlecht erhalten sind.

Quelle:

http://www.iai-online.de/biblioth/nachl/nachld.htm#maler

http://www.wienerzeitung.at/Desktopdefault.aspx?TabID=3946&Alias=wzo&lexikon=Name&letter=N&cob=5482

http://www.cosmopolis.ch/cosmo34/maya_teobert_maler.htm